Mittwoch, 21. Oktober 2026

Bauprojekt Bundeswehr Kanonenjagdpanzer

 



Der Kanonenjagdpanzer, auch Jagdpanzer, Kanone 90 mm oder Kanonenjagdpanzer 4–5, genannt, abgekürzt KanJPz, war der zweite Jagdpanzer der deutschen Bundeswehr, aber der einzige mit Rohrbewaffnung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die 1955 gebildete Bundeswehr auf eine „bewegliche Verteidigung“, die unter anderem den Einsatz von Panzerjägern vorsah. Diese sollten die Infanterie bei der Abwehr feindlicher Panzer unterstützen. Dazu beschaffte die Bundeswehr ab 1961 den Raketenjagdpanzer 1 und dann ab 1965 den Kanonenjagdpanzer, der bis 1968 die in den Panzerjägerkompanien und den Panzerjägerzügen der Panzergrenadierbataillone eingesetzten US-amerikanischen Modelle M41, M47 und M48 ablöste.

Die Entwicklung des Kanonenjagdpanzers begann 1960 und gründete sich auf den Erfahrungen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg – der Kanonenjagdpanzer stellte eine Weiterentwicklung des Jagdpanzers IV dar. Der Auftrag zur Fertigung wurde den Rüstungsunternehmen Henschel und Ruhrstahl (später Rheinstahl-Hanomag) erteilt, die jeweils zwölf Prototypen fertigten, die sich nur in der Anzahl der Laufrollen unterschieden. Henschel favorisierte bei seinem Prototyp HK 3/1 sechs Laufrollen je Seite, wogegen Rheinstahl-Hanomag beim Prototyp RU 332 auf fünf Laufrollen setzte.

Mindestens ein Prototyp mit der Bezeichnung Gepard wurde auch von der Firma MOWAG angefertigt und steht heute im Schweizerischen Militärmuseum Full. Für den Gepard waren zwei verschiedene Zweitakt-Dieselmotoren verfügbar, ein Fünfzylinder Typ M5 DU MOWAG Motor mit 6,7 Liter Hubraum und 270 PS (199 kW) bei 2100/min und ein Motor mit 13,5 Liter Hubraum und 540 PS (397 kW).

Nach umfangreichen Truppenversuchen durch das deutsche Heer war die Erprobung im Jahr 1963 abgeschlossen. Es wurde die Version von Rheinstahl-Hanomag ausgewählt, von der in den Jahren 1965 bis 1967 durch beide Konzerne 770 Jagdpanzer gefertigt wurden.



Es handelt sich um ein turmloses Vollkettenfahrzeug in Kasemattbauweise mit einer 90-mm-L/40,4-Kanone von Rheinmetall, aus der (theoretisch) sämtliche 90-mm-NATO-Patronenmunitionsarten verschossen werden konnten. Die Panzerung des Kanonenjagdpanzers bestand – außer der gegossenen Blende für die Bordkanone (BK) – aus legierten Walzblechen und war abgeschrägt. Die Bordkanone war zusammen mit dem Blendenmaschinengewehr um 15° nach beiden Seiten, 15° nach oben und 8° nach unten schwenkbar. Als Munitionsarten waren hauptsächlich Hohlladung und Quetschkopf vorgesehen; daneben gab es Nebel(WP)- und später auch Leuchtmunition. Die Besatzung bestand aus Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Kraftfahrer. Einsatzgrundsatz war der Kampf aus Stellungen bei Kampfentfernungen bis zu 1800 m mit Hohlladungsgeschossen gegen gepanzerte und bis 2000 m mit Quetschkopfgeschossen gegen leicht- und ungepanzerte Ziele.

Die Fahrzeuge wurden im Heer in den Panzerjägerkompanien der Panzergrenadierbrigaden, in den schweren Kompanien der Panzergrenadier-, Jäger- und Gebirgsjägerbataillone, sowie später in den Panzerjägerbataillonen der Jäger- und Gebirgsjägerbrigaden eingesetzt.

Gegen die sowjetischen T-64 und T-72 erwies sich die Bewaffnung als zu schwach, da solche Ziele nicht mehr frontal, sondern nur seitlich durchschlagen werden konnten, und eine brauchbare Trefferleistung auf in Querfahrt befindliche Ziele war nur auf Entfernungen unter 1000 m zu erwarten. Die Firma Rheinstahl-Sonderanfertigung (Kassel) stellte in den 1970er Jahren ein Konzept zur Kampfwertsteigerung / Umbau des Kanonenjagdpanzer mit einer 105-mm-PzK vor. Da sich zu diesem Zeitpunkt der Raketenjagdpanzer Jaguar 1 im Zulauf befand und Ziele über höhere Kampfentfernung (4000 m) nun frontal und nicht wie bisher flankierend bekämpfen konnte, wurde das Konzept nicht weiter verfolgt. Ab 1983 wurden daher alle Kanonenjagdpanzer aus den Verbänden des Feldheeres herausgelöst und in das Territorialheer (Heimatschutzbrigaden, Heimatschutzregimenter) zur weiteren Nutzung abgegeben.

Ab 1983 wurden 162 Kanonenjagdpanzer zum Jagdpanzer Jaguar 2 mit dem Waffensystem TOW umgebaut und in Panzerjägerkompanien der Panzergrenadierbrigaden eingesetzt. Weitere 486 Fahrzeuge wurden zu Beobachtungspanzern bzw. zu Beobachtungs- und Führungspanzern umgerüstet. Dazu wurde die Kanone aus der Blende entfernt, die aus Gewichtsverteilungsgründen am Fahrzeug verbleiben musste, und die Öffnung verschlossen. Sie dienten als vorgeschobene Beobachter in den Artilleriebataillonen sowie in den Panzermörserkompanien der Panzergrenadierbataillone.

Bis 1991 waren Kanonenjagdpanzer noch in nichtaktiven Panzerjägerkompanien und Panzerjägerzügen der Heimatschutzregimenter im Einsatz.

Technische Daten:

Länge 6,24 m, 8,75 m mit Kanone
Breite 2,98 m
Höhe 2,00 m
Masse 25,7 t
Panzerung 8–50 mm Panzerstahl
1 × 90-mm-Rheinmetall-Kanone L/40,4 (51 Schuss)
1 × MG3 als Blenden-MG
1 × MG3 als Fla-MG
Achtzylinder-Vielstoffmotor Hubraum: 29,9 l, 500 PS (368 kW)
Federung Drehstab
Geschwindigkeit 70 km/h (Straße)
Leistung/Gewicht 19,5 PS/Tonne
Reichweite ca. 390 km












Der Bau








Mittwoch, 7. Oktober 2026

Bauprojekt LVTP5A1 Landing Vehicle Tracked Personal - Vietnamkrieg

 



Das LVTP5 (Landing Vehicle, Tracked Personnel Model 5, umgangssprachlich auch bekannt als Amtrac) war ein amphibischer leicht gepanzerter Truppentransporter des US Marine Corps. Er wurde vor allem während des Vietnamkriegs eingesetzt. Die von 1951 bis 1957 laufende Produktion brachte insgesamt 1.124 dieser Fahrzeuge in den unterschiedlichsten Varianten hervor.



Technik

Geplant als Nachfolger des 1951 immer noch im Dienst stehenden LVT's aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde der LVT-5 im Gegensatz zu den recht offenen Vorgängern als komplett geschlossener Panzer konzipiert, um den Schutz für die transportierten Soldaten zu erhöhen.

Die Panzerung bestand aus gewalzten Stahlplatten, die zwischen 6,4 und 15,9 mm dick waren. Diese wurden verschweißt und bildeten so einen wasserdichten Rumpf. Vorne befand sich eine große, hydraulisch absenkbare Luke, die gegen den Rumpf mit dicken Gummiwülsten abgedichtet war. Diese Luke, die fast über die gesamte Breite des Fahrzeugs reichte, ermöglichte den aufgesessenen Soldaten ein schnelles Auf- und Absitzen. Über dem Frachtraum befand sich eine weitere große aufklappbare Luke, die einen Kampf über die Bordwand ermöglichte. Der Sitz des Fahrers befand sich vorne links neben der Luke, der Kommandant saß rechts. Zwischen den beiden Luken für Fahrer und Kommandant war in einer um drehbaren Kuppel ein Maschinengewehr vom Typ Browning M1919 mit 250 Schuss Munition montiert.

Hinter dem Frachtraum befanden sich der 12-Zylinder-Motor Continental LV-1790-1 und das Allison CD-850-4-Zweiganggetriebe. Sämtliche Wartungs-, Lüftungs- und Abgasöffnungen befanden sich auf der Oberseite des Panzers.

Versionen
  • LVTP-5 (Landing Vehicle Tracked, Personnel): Truppentransporter, 808 Exemplare gebaut
  • LVTC-5 (Landing Vehicle, Tracked, Command): Kommandofahrzeug mit zusätzlichen Funkgeräten
  • LVTH-6 (Landing Vehicle, Tracked, Howitzer): Feuerunterstützungsfahrzeug mit 105-mm-Geschütz in drehbarem Turm, zusätzliche Luftabwehrbewaffnung, 210 Exemplare gebaut
  • LVTR-1 (Landing Vehicle, Tracked, Recovery): Bergepanzer, 65 Exemplare gebaut
  • LVTE-1 (Landing Vehicle, Tracked, Engineer): Minenräum- und Pionierpanzer, 41 Exemplare gebaut
  • LVTAA-1 (Landing Vehicle, Tracked, Anti Air): Flugabwehrmodell mit Turm des M42 Duster, nur ein Prototyp gebaut
Die Marines stellten die ersten Amtracs 1956 in Dienst, nachdem sich die älteren LVT-Modelle als nicht mehr zeitgemäß und leistungsfähig genug erwiesen.

Eingesetzt wurde der LVT-5 zum ersten Mal im Vietnamkrieg, unter anderem während der Landung bei Đà Nẵng 1965 sowie bei nahezu allen größeren Operationen des US Marine Corps in Südvietnam. Bei den Einsätzen in Vietnam zeigt sich recht schnell, dass der Amtrac nur unzureichend gegen Landminen geschützt war. Die Marines saßen daher zumeist oben auf dem Panzer, anstatt im Innenraum, wie ursprünglich vorgesehen.



Auch die Bewaffnung mit einem einzelnen 7,62-mm-Maschinengewehr erwies sich als zu schwach. Oftmals wurden daher LVTs von den Marines mit Sandsäcken zu provisorischen Schützenpanzern umgebaut, als zusätzliche Bewaffnung wurden unter anderem das Maschinengewehr M60 und das rückstoßfreie Geschütz M40, aber auch leichte Mörser verwendet, die auf der großen Oberseite des Panzers aufgestellt wurden. Zum Teil wurden die Panzer auch als schwimmende Geschützplattformen für Einsätze der Mobile Riverine Force verwendet.



Mit der Einführung des Nachfolgers LVT-7 ab 1972 wurden die meisten LVT-5 recht schnell ausgemustert, da sie ihre geplante Lebenszeit schon bei Weitem überschritten hatten und sich die Wartung und Ersatzteilbeschaffung als immer schwieriger erwies. Etwa 30 Panzer blieben noch bis zum Beginn der 1990er-Jahre bei Reserveeinheiten im Einsatz.

Technische Daten

Baujahr: 1951–1957
Länge: 9,04 m Breite: 3,56 m Höhe: 3,06 m 
Gefechtsgewicht: 39,82 t
Besatzung: 3 Soldaten (Kommandant, Fahrer, Bordschütze)
Beladung: bis zu 34 vollausgerüstete Soldaten
Höchstgeschwindigkeit: 48 km/h, 11 km/h bei Wasserfahrt
Fahrbereich: 306 km, 92 km bei Wasserfahrt
Motor: 820 PS-Benzinmotor Continental LV-1790-1
Bewaffnung: 1 × M1919-MG in um 360° drehbarer Kuppel








Im Spielfilm Apokalypse Now aus dem Jahre 1979




Der Bau






















Donnerstag, 1. Oktober 2026

Reichswehr 1932 Autumn Maneuvers