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Dienstag, 1. September 2026

Bauprojekt US Marines LVT-4

 





Das Landing Vehicle Tracked (LVT - aus der weiteren Zusatzbezeichnung amphibious tractor entstanden die weitläufig bekannten Namen Amtrac) war ein kettenbetriebenes Amphibienfahrzeug, das hauptsächlich von der US Navy und dem US Marine Corps sowie in geringeren Stückzahlen auch von der US Army und den Alliierten während des Zweiten Weltkrieges eingesetzt wurde. Die überwiegende Mehrheit dieser Schwimmpanzer wurde im Pazifikkrieg verwendet. Dort konnten sie über die unter Wasser befindlichen Korallenriffe fahren, die herkömmliche Boote gestoppt hätten. Auf dem europäischen Kriegsschauplatz wurde selten auf diese Fahrzeuge zurückgegriffen. Die LVTs wurden nach Ende des Zweiten Weltkrieges mehrmals umgerüstet und kamen auch während des Koreakrieges zum Einsatz. Die von 1942 bis 1945 laufende Produktion brachte insgesamt 18.621 dieser Fahrzeuge in den unterschiedlichsten Varianten hervor.

Die Amtracs wurden von Major General Roy S. Geiger, Befehlshaber des III. Amphibious Corps, während der Schlacht um Okinawa als „work horses of the Marine Corps“ („Arbeitspferde des Marine Corps“) bezeichnet. Lieutenant General Holland M. Smith formulierte die Bedeutung dieses Fahrzeuges 1949 folgendermaßen:

„Die Entwicklung des amphibischen Traktors, oder LVT, die Mitte der 1930er-Jahre begann, […] war einer der wichtigsten modernen technischen Beiträge zur Durchführung von Landungsoperationen. Ohne diese Landungsfahrzeuge wäre die amphibische Offensive im Pazifik unmöglich gewesen.“

Ab 1953 wurden sie durch die von Grund auf neu entwickelte LVT-5-Familie ersetzt. Die aktuell im Dienst befindliche 3. Generation, die auf dem Landing Vehicle Tracked beruht, ist das AAV7.

Der ausschließlich von der FMC konstruierte LVT-4 stellte eine Verbesserung des LVT-2 dar. Im Gegensatz zu diesem wurde der Motor hinter der Fahrerkabine installiert, wodurch der Frachtraum vergrößert und der Einbau einer dringlichst geforderten Heckrampe ermöglicht wurde. Die Laderampe wog samt den nötigen Verstärkungen des hinteren Rumpfes und der manuell bedienten Seilwinde zum Öffnen und Schließen der Rampe etwa 1,18 t. Dadurch sank die Fahrgeschwindigkeit des LVT-4 im Vergleich zu seinem Vorgänger auf festem Untergrund, während die Höchstgeschwindigkeit im Wasser annähernd gleich blieb. Trotz dieser zusätzlichen Belastung der Gesamtkonstruktion, die sich auf die gestiegene Gesamtmasse negativ niederschlug, konnte um bis zu 1,14 t mehr Ladegut transportiert werden. Der 2,4 × 3,8 m² (LVT-2: 2,4 × 3,3 m²) messende Frachtraumboden ermöglichte erstmals den Transport von kleinen Fahrzeugen wie des Willys Jeep und sogar einer 105-mm-Haubitze mit maximal erhöhter Mündung.

Zusätzlich konnten auf Kosten der Transportkapazität separate Panzerungen angebaut werden. So reduzierte sich die Nutzlast um bis zu 1,36 t, wenn die Panzerfront mit 13 mm und die beiden Seiten mit 6,4 mm starken Stahlplatten nachgerüstet wurden. Die Fahrerkabine besaß zwei Glasfenster und zwei Dachluken, die mit Periskopen versehen waren. Deren Panzerung wurde hauptsächlich durch 13 mm starke Panzerstahlplatten gewährleistet.


Der Bau














Freitag, 15. Mai 2026

Bauprojekte Bundeswehr Schützenpanzer SPz Marder









Der Schützenpanzer SPz Marder ist seit den 1970er-Jahren das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr mit einer Stückzahl von zeitweise 2.136 Fahrzeugen. Genutzt werden zurzeit die Ausführungen 1A3, 1A4 und 1A5. Seit Anfang 2015 wird schrittweise der SPz Marder aus der Panzergrenadiertruppe herausgelöst und durch den moderneren SPz Puma ersetzt.

Versionen 
  • Spz Marder A1
  • Spz Marder A1- (Vorbereitet auf Nachtsichtgeräte, Doppelgurtzuführer)
  • Spz Marder A1+ (Wärmeortungsempfänger, Restlichtverstärker)
  • Spz Marder 1A2 (Wärmebildgerät, Wegfall Hecklafette, Winkelspiegelwaschanlage, MILAN-Infrarot-Adapter MIRA, Funkgerätegeneration SEM 80/90)
  • Spz Marder 1A3 (Zusatzpanzerung, Umgestaltung hinterer Kampfraum, Staukästen außen, Verlagerung Turm-MG auf die linke Turmseite
  • Spz Marder 1A4 ( wie 1A3, zusätzlich kryptofähiges Funkgerät SEM 93, äußerlich identisch)
  • Spz Marder 1A5 (Minenschutz, Neugestaltung hinterer Kampfraum, verbesserte Motorkühlanlage)
  • Spz Marder 1A5A1 (Raumkühlanlage, Störsender, multispektrale Tarnausstattung)
Die Besatzung des Marder besteht aus: 
  • Kommandant
  • Richtschütze (beide im Turm)
  • Kraftfahrer (vorne in der Wanne) 
Sechs Panzergrenadieren im hinteren Kampfraum, im Einzelnen: 
  • Truppführer (G36)
  • Schütze 1 (MG3)
  • Schütze 2 (G36 + MILAN)
  • Schütze 3 (G36 + MILAN-Ladeschütze)
  • Schütze 4 (G36, Pzf 3)
  • Schütze 5 (G36, GraPi, Funker).
Der Kommandant führt die Gruppe und den Panzer. Dazu gehört die Beobachtung des Geländes vom Turm aus und der Feuerkampf mit den Turmwaffen. Liegt der Einsatzschwerpunkt im abgesessenen Kampf, führt er den Schützentrupp, während der Truppführer seinen Platz im Turm einnimmt. Zum Richten der Turmwaffen verfügen Kommandant und Richtschütze über je ein Periskopvisier mit zweifacher und sechsfacher Vergrößerung sowie optional über das gemeinsame Wärmebildgerät. Die Bedienung des Turmes erfolgt über Hydraulikmotoren, die von einem 108-bar-Hydrauliksystem gespeist werden. Im Falle eines Ausfalles der Hydraulikanlage kann der Richtschütze den Turm über Handkurbeln richten und über eine Handpumpe den Hydraulikdruck für weitere Funktionen aufbauen.

Bewaffnung

Der Marder verfügt über eine im Turm untergebrachte 20 mm-Bordmaschinenkanone MK 20 Rh 202, ein Turmmaschinengewehr MG3 und eine Nebelmittelwurfanlage mit sechs Wurfbechern. Optional können am Turm Lenkflugkörper vom Typ MILAN angebracht und abgefeuert werden. Auch ein abgesessener Einsatz ist möglich.

Das Seiten- und Höhenrichten der Haupt- und Sekundärwaffe erfolgt über eine elektro-hydraulische Richtanlage oder im Notbetrieb per Hand. Sie ermöglichen einen Seitenrichtbereich von 360 Grad und einen Höhenrichtbereich von −17,5 Grad bis +65 Grad. Die Richtgeschwindigkeit des 3,2 Tonnen schweren Turmes liegt bei vier Sekunden für 180°. Die Hauptwaffe kann gegen ungepanzerte Ziele bis zu einer Entfernung von 2.000 Metern eingesetzt werden. Dabei kommt die Sprengbrandmunition zum Einsatz. Gegen leicht gepanzerte Ziele unter 1000 Metern wird Treibspiegelmunition genutzt. Der Einsatz gegen stark gepanzerte Ziele ist unter 600 Metern möglich. Beim Kampf gegen einen Kampfpanzer ist das Blenden mit Sprengbrandmunition möglich, um den Einsatz der MILAN und der Panzergrenadiere zu ermöglichen. Ein Beschuss mit panzerbrechender Munition hat keinen Erfolg. Gegen Flugziele ist der Wirkungsbereich begrenzt und der Einsatz erfolgt dann nur gegen direkt angreifende Flugziele. Die maximale Kampfentfernung beträgt bei Hubschraubern bis 2.000 Meter und bei Strahlflugzeugen bis 1.200 Meter. Die maximale Schussweite der Hauptwaffe liegt bei 6.000 bis 11.000 Metern.

Das MG3 (Sekundärwaffe) wird achsparallel zur Hauptwaffe nachgeführt. Nach der Umrüstung zum Marder 1A3 ist es links außerhalb der Scheitellafette montiert. Im Waffengehäuse installiert wird das MG3 elektrisch abgefeuert und gegen Infanterie eingesetzt. Die Panzergrenadiere im hinteren Kampfraum können aus drei Luken über die Bordwand mit ihren Handwaffen (G36, MG3, MP2A1, Granatpistole) kämpfen oder abgesessen eingesetzt werden.

Technische Daten Spz Marder 1A3

Turmgewicht: ca. 3,2 t
Kraftstoffmenge: ca. 650 l
Kraftstoffverbrauch: ca. 115 l/100 km Gelände, ca. 230 l/100 km
Fahrbereich Straße: ca. 520 km
Maschinenkanone MK 20 RH 202
Hersteller: Rheinmetall AG 
Kaliber: 20 mm × 139
Gewicht: 83 kg mit Doppelgurtzuführung
Gesamtlänge: 2,612 m
Rohrlänge: 2,002 m
Rückstoßkraft: 5,5–7,5 kN
Kadenz: 880–1030 Schuss/min







Der Bau des Spz Marder 1A1










Der Bau des SPz Marder 1A3







Donnerstag, 23. April 2026

Bauprojekt Bundeswehr Kanonenjagdpanzer


Der Kanonenjagdpanzer, auch Jagdpanzer, Kanone 90 mm oder Kanonenjagdpanzer 4–5, genannt, abgekürzt KanJPz, war der zweite Jagdpanzer der deutschen Bundeswehr, aber der einzige mit Rohrbewaffnung.

Hintergrund

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die 1955 gebildete Bundeswehr auf eine „bewegliche Verteidigung“, die unter anderem den Einsatz von Panzerjägern vorsah. Diese sollten die Infanterie bei der Abwehr feindlicher Panzer unterstützen. Dazu beschaffte die Bundeswehr ab 1961 den Raketenjagdpanzer 1 und dann ab 1965 den Kanonenjagdpanzer, der bis 1968 die in den Panzerjägerkompanien und den Panzerjägerzügen der Panzergrenadierbataillone eingesetzten US-amerikanischen Modelle M41, M47 und M48 ablöste.

Entwicklung

Die Entwicklung des Kanonenjagdpanzers begann 1960 und gründete sich auf den Erfahrungen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg – der Kanonenjagdpanzer stellte eine Weiterentwicklung des Jagdpanzers IV dar. Nach umfangreichen Truppenversuchen durch das deutsche Heer war die Erprobung im Jahr 1963 abgeschlossen. Es wurde die Version von Rheinstahl-Hanomag ausgewählt, von der in den Jahren 1965 bis 1967 durch beide Konzerne 770 Jagdpanzer gefertigt wurden.

Aufbau

Es handelt sich um ein turmloses Vollkettenfahrzeug in Kasemattbauweise mit einer 90-mm-L/40,4-Kanone von Rheinmetall, aus der (theoretisch) sämtliche 90-mm-NATO-Patronenmunitionsarten verschossen werden konnten. Die Panzerung des Kanonenjagdpanzers bestand – außer der gegossenen Blende für die Bordkanone (BK) – aus legierten Walzblechen und war abgeschrägt. Die Bordkanone war zusammen mit dem Blendenmaschinengewehr um 15° nach beiden Seiten, 15° nach oben und 8° nach unten schwenkbar. Als Munitionsarten waren hauptsächlich Hohlladung und Quetschkopf vorgesehen; daneben gab es Nebel(WP)- und später auch Leuchtmunition. Die Besatzung bestand aus Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Kraftfahrer. Einsatzgrundsatz war der Kampf aus Stellungen bei Kampfentfernungen bis zu 1800 m mit Hohlladungsgeschossen gegen gepanzerte und bis 2000 m mit Quetschkopfgeschossen gegen leicht- und ungepanzerte Ziele.

Einsatz

Die Fahrzeuge wurden im Heer in den Panzerjägerkompanien der Panzergrenadierbrigaden, in den schweren Kompanien der Panzergrenadier-, Jäger- und Gebirgsjägerbataillone, sowie später in den Panzerjägerbataillonen der Jäger- und Gebirgsjägerbrigaden eingesetzt.

Gegen die sowjetischen T-64- und T-72-Kampfpanzer erwies sich die Bewaffnung als zu schwach, da solche Ziele nicht mehr frontal, sondern nur seitlich durchschlagen werden konnten, und eine brauchbare Trefferleistung auf in Querfahrt befindliche Ziele war nur auf Entfernungen unter 1000 m zu erwarten. Ab 1983 wurden daher alle Kanonenjagdpanzer aus den Verbänden des Feldheeres herausgelöst und in das Territorialheer (Heimatschutzbrigaden, Heimatschutzregimenter) zur weiteren Nutzung abgegeben.

Ab 1983 wurden 162 Kanonenjagdpanzer zum Jagdpanzer Jaguar 2 mit dem Waffensystem TOW umgebaut und in Panzerjägerkompanien der Panzergrenadierbrigaden eingesetzt. Weitere 486 Fahrzeuge wurden zu Beobachtungspanzern bzw. zu Beobachtungs- und Führungspanzern umgerüstet. Dazu wurde die Kanone aus der Blende entfernt, die aus Gewichtsverteilungsgründen am Fahrzeug verbleiben musste, und die Öffnung verschlossen. Sie dienten als VB-Panzer in den Artilleriebataillonen sowie in den Panzermörserkompanien der Panzergrenadierbataillone.

Bis 1991 waren Kanonenjagdpanzer noch in nichtaktiven Panzerjägerkompanien und Panzerjägerzügen der Heimatschutzregimenter im Einsatz.

Technische Daten

Besatzung 4 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze, Ladeschütze)
Länge 8,75 m (mit Kanone), 6,24 m (nur Wanne)
Breite 2,98 m
Höhe 2,00 m
Masse 25,7 t
Panzerung 8–50 mm Panzerstahl
Hauptbewaffnung 1 × 90-mm-Rheinmetall-Kanone L/40,4 (51 Schuss)
Sekundärbewaffnung 1 × MG3 als Blenden-MG, 1 × MG3 als Fla-MG
Antrieb Achtzylinder-Vielstoffmotor Daimler-Benz MB 837 Aa-500; Hubraum: 29,9 l, 500 PS
Federung Drehstab
Geschwindigkeit 70 km/h (Straße)
Leistung/Gewicht 19,5 PS/Tonne
Reichweite ca. 390 km



Mittwoch, 22. April 2026

Bauprojekt Bundeswehr Bergepanzer 2A2


Der Bergepanzer 2A2 gehört zur Gruppe der Kampfunterstützungsfahrzeuge und ist ein gepanzertes Arbeitsgerät, welches auf Grundlage des Leopard 1 entwickelt wurde. Zu seinem Aufgabengebiet zählen:
  • Sicherstellung der Mobilität der gepanzerten Truppen
  • das Bergen von Schadfahrzeugen im Gefecht
  • Hilfeleistung beim Ein- und Ausbau von Triebwerken und Türmen sowie Unterstützung im Instandsetzungsbetrieb. 
Eingesetzt wurde das Fahrzeug bei der Logistiktruppe des Heeres und in den Panzergrenadierbataillonen der Bundeswehr. Er ist der dritte Bergepanzer der deutschen Streitkräfte, aber der erste in Eigenentwicklung.

Entwicklung

Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik ab Mitte der 1950er-Jahre führte auch zur Erstausstattung der Bundeswehr mit US-amerikanischen Panzerfahrzeugen. Neben Kampfpanzern des Typs M47 und M48 wurden auch Bergepanzer des Typs M74 auf Sherman-Chassis und ab 1962 als Nachfolger der Bergepanzer 1 eingeführt.

Mit der Entwicklung des Leopard 1 änderte sich auch das Bergepanzerkonzept der Bundeswehr. Eine einheitliche Ausbildung, Versorgung und die geringeren Produktionskosten machten die Idee des ‚Mehrzweckpanzers‘ für die Bundeswehrführung interessant. Der für den Leopard 1 aufgestellte Forderungskatalog definierte so von Anfang an einen passenden Bergepanzer, der 1963 entwickelt wurde, 75% der Baugruppen des Leopard 1 wurden unverändert übernommen. Die Serienfertigung begann 1965. Am 9. September 1966 wurden die ersten von 444 Bergepanzer 2 (Standard) an die Truppe übergeben. Die Lieferung dieses ersten Bauloses war im April 1969 abgeschlossen und diente dazu, den Bergepanzer auf M88 Chassis zu ersetzen. Der Stückpreis betrug für die Bundeswehr bei Einführung 750.000 DM. Insgesamt wurden 742 Bergepanzer 2 gefertigt.

Ausstattung und Besatzung

Die Besatzung besteht aus insgesamt vier Soldaten: Dem Fahrer, dem Kommandanten, einem Bug-MG-Schützen und als viertes Besatzungsmitglied dem Funkgerätbediener/Bergewart. Der Fahrer sitzt vorne links im Fahrzeug unter einer einteiligen Luke. Er steuert den Panzer nach den Vorgaben des Kommandanten und bedient die Bergeeinrichtungen, darunter den Schild und die Winde. Weiterhin ist er für Wartungsarbeiten an der Wanne des Panzers verantwortlich. Links vom Fahrer befindet sich der MG-Schütze für das Bug-MG. Der Kommandant sitzt leicht nach links versetzt direkt hinter dem Fahrer. Er führt den Panzer, hält die Funkverbindung zur übergeordneten Führungsebene und kann bei Bedarf den Fahrer bei Bedienung des Kranarms übersteuern. Weiterhin ist er für das Laden und Bedienen des Fliegerabwehrmaschinengewehrs verantwortlich. Der vierte Soldat sitzt im hinteren Teil des Aufbaus und blickt nach hinten. Der Zugang zum Kampfraum erfolgt über die drei Dachluken oder die Einstiegsluke auf der linken Fahrzeugseite. Die Notausstiegsluke im Fahrzeugboden ist ebenfalls vorhanden. Zur Kommunikation verfügen die Fahrzeuge der Bundeswehr über ein UKW-Funkgerät SEM 80. Als Nachtsichtgeräte für Kommandant und Fahrer dienen Restlichtverstärker.

Schutzausstattung

Die Wanne des Bergepanzers 2 besteht aus geschweißtem Panzerstahl und besitzt eine einlagige Panzerung. Das Schutzniveau für das Fahrgestell entspricht dem des Leopard 1. Der gepanzerte Aufbau erreicht Panzerungsstärken von 25 mm bis 35 mm für die Seiten und 10 mm für das Dach. Die Hydraulikzylinder der Krananlage erhielten einen Splitterschutz. Zur Standardausrüstung zählen eine ABC-Schutz- und Belüftungsanlage sowie eine Feuerwarn- und Unterdrückungsanlage. Die Abgasanlage mit Frischluftbeimischung reduziert die Infrarot-Signatur und unterstützt so den passiven Panzerschutz.

Bewaffnung

Die Bewaffnung ist vorwiegend zur Selbstverteidigung vorgesehen. Die deutschen Streitkräfte verfügen über zwei Maschinengewehre MG3, die als Bug-MG und als Fla-MG auf der Fliegerabwehrlafette der Kommandantenkuppel eingesetzt werden. Eine Nebelmittelwurfanlage im Kaliber 76 mm mit sechs Wurfbechern an der linken Seite des gepanzerten Aufbaus ermöglicht der Besatzung, sich im Gefecht den Blicken des Gegners zu entziehen.

Antrieb und Fahrwerk

Das drehstabgefederte Stützrollenlaufwerk des Leopard wurde ohne Änderungen übernommen. Je Seite verfügt es über sieben gummibereifte Doppellaufrollen und vier Stützrollen, wobei die ersten drei und die letzten beiden Laufrollen je mit einem hydraulischen Stoßdämpfer versehen sind. Der Federweg wird durch Kegelstumpffedern und Endanschläge begrenzt. Das Antriebsrad der Kette befindet sich hinten. Als Gleiskette dient eine „lebende“ Endverbinderkette (Typ: D 640A) mit auswechselbaren Kettenpolstern des Herstellers Diehl.

Der komplette Antriebsstrang wurde eins zu eins übernommen. Angetrieben von einem 10-Zylinder-Vielstoffmotor des Typs MB 838 CaM-500 mit zwei mechanischen Ladern erreicht der Bergepanzer 2 eine Höchstgeschwindigkeit von 62 km/h. Das Triebwerk leistet 830 PS bei 37,4 Litern Hubraum und ermöglicht ein Leistungsgewicht von rund 20 PS/t. Der Kraftstoffvorrat der Tanks wurde auf 1550 l vergrößert, um dem erhöhten Verbrauch während der Bergearbeiten Rechnung zu tragen. Die Straßenreichweite beträgt damit 850 km, bei einem Verbrauch von 165 l auf 100 km.

Der Bodendruck liegt bei 0,85 kg/cm². Um eine gleichbleibende Ölversorgung auch in schwierigem Gelände und bei Schräglage zu gewährleisten, ist der Motor mit einer Trockensumpf-Druckumlaufschmierung ausgerüstet. Die Stromversorgung des 24-V-Bordnetzes erfolgt durch einen flüssigkeitsgekühlten 9-kW-Drehstromgenerator. Die Batterieanlage besteht aus sechs Batterien zu je 12 Volt mit insgesamt 300 Amperestunden.

Für die Kraftübertragung auf die Kette dient das Schaltgetriebe 4 HP-250 von ZF Friedrichshafen. Angeflanscht an den Motor verfügt es über vier Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge, die elektro-hydraulisch geschaltet werden. Gekuppelt wird über einen hydraulischen Drehmomentwandler mit Überbrückungskupplung. Die Bremsen des Fahrzeugs sind als hydraulische Einkreis-Scheibenbremsen mit Bremsölpumpenunterstützung und Stickstoffreserve ausgelegt. 

Bergeausstattung

Das Herzstück des Bergepanzer 2 ist seine Bergeausstattung. Dazu zählen der Kranarm, der Räum- und Stützschild, die Berge- und Windeneinrichtung sowie Gerätschaften zur Instandsetzung wie eine Schneid- und Schweißanlage. Im Rahmen von Feldinstandsetzungen ist es möglich, ein Ersatztriebwerk für den Leopard 1 auf dem Heck des Panzers mitzuführen. Ein Schacht, aufgesetzt auf die Kommandantenluke, macht ihn tiefwat- und tauchfähig, so dass er an Flussübergängen als Sicherungsfahrzeug eingesetzt werden kann.

Der Kranarm ist vorne rechts auf dem Chassis installiert und ermöglicht einen Arbeitsbereich von 270°. Die maximale Hakenlast im abgestützten Zustand und in maximaler Erhöhung von 72° beträgt 20 Tonnen. In maximaler Ausladung können noch 7 Tonnen gehoben und bis zu 6,3 Tonnen ohne Abstützung verfahren werden. Bei einer Überbelastung stoppt eine Überlastwarnanlage – die vom Bediener per Hand zurückgesetzt werden muss – den Hebezeugbetrieb. Die Länge des 13 mm starken Hubwindenseils beträgt 100 m. 

Der Räum- und Stützschild in der Bergepanzervariante dient vorrangig als Abstützung im Kranbetrieb und als Erdanker bei den Bergearbeiten. Der 3,25 m breite Schild wird durch zwei Hydraulikzylinder bedient und blockiert automatisch bei Druckverlust. Die Räumleistung liegt bei 200 m³/h.

Die Zug- und Hauptwinde wird von zwei hydraulischen Motoren gesteuert. Die Zugkraft der Trommelwinde beträgt 345 kN (ca. 35 t) im Einzelzug und 690 kN (ca. 70 t) im Doppelzug mit Umlenkrolle. Die Seilausfahrgeschwindigkeit beträgt 74 m/min. Eine Spannvorrichtung gewährleistet beim Auf- und Abrollen des 90 m langen Seils eine gleichmäßige Seilspannung. 

Zur weiteren Ausstattung gehören darüber hinaus eine Schneid- und Schweißanlage (54 V/360 A), eine Kettensäge, ein Schlagschrauber, Fahrzeugheber, Umlenkrollen, Abschleppschere, Schäkel, eine Satz Doppellaufrollen, Kettenglieder und zusätzlich zum Bordwerkzeug ein erweiterter Werkzeugsatz für die Feldinstandsetzung. 

Technische Daten

Besatzung: 4
Motor: MTU MB 838 CA-M500, 10-Zylinder-Mehrstoff-Dieselmotor
Hubraum: 37.400 cm³
Leistung: 610 kW (830 PS)
Kühlung: thermostatisch geregeltes Axialgebläse
Getriebe: Planetengetriebe ZF 4 HP 250 mit vier Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen
Fahrwerk: drehstabgefedertes Stützrollenlaufwerk mit sieben Laufrollen und vier Stützrollen
Länge: 7,68 m
Breite: 3,25 m
Bodenfreiheit: 0,44 m
Watfähigkeit o. Aufbau: 1,20 m
Tiefwaten m. Tiefwat-Schacht: 2,25 m
Unterwasserfahren m. Unterwasserfahr-Schacht: 4,00 m
Grabenüberschreitfähigkeit: 2,50 m
Kletterfähigkeit: 1,00 m
Steigfähigkeit: 60%
Querneigung: 30%
Gefechtsgewicht: 40,6 t
Höchstgeschwindigkeit: 62 km/h
Kraftstoffmenge: 1.550 l
Fahrbereich Strasse: 840 km bei 165 l/100 km
Fahrbereich Gelände: 400 km bis 500 km bei 300 l/100 km
Bewaffnung: 2 × 7,62 × 51 mm NATO MG3 als Fliegerabwehr-MG und Bug-MG, Nebelmittelwurfanlage









Bauprojekt IDF Sho't im Sechstagekrieg 1967

 


Entwicklung

Als Ergänzung der veralteten Sherman und leichten AMX 13 kaufte die israelische Regierung 1959 zunächst 60 Centurion-Panzer in Großbritannien. Es handelte sich um 16 Mk. 5 aus Lagerbeständen der britischen Armee und 44 neu gebaute Mk. 8. Die Mk. 5 besaßen noch eine 83,3-mm-Kanone, die Mk. 8 hatten bereits die 105-mm-Kanone L7. Zwischen April 1959 und Oktober 1962 erhielt Israel 135 Centurion Mk. 5. Aufgrund von drei Aufträgen in den Jahren von 1965 an lieferte Großbritannien noch einmal 250 Centurion, davon 190 gebrauchte Mk. 5 und 60 neue Mk. 6. Bis zum Ausbruch des Sechstagekrieges wuchs der israelische Bestand auf 385 Centurion. Sie stellten den wichtigsten Teil der Panzerflotte, noch vor den 250 Exemplaren des M48 aus US-Produktion. 293 der 385 verfügbaren Panzer beteiligten sich am Krieg. Im Krieg gegen Jordanien wurden 30 der 44 jordanischen Centurion erbeutet. Für das Jahr 1972 gab es einen Bestand an Centurion von 950. Die Gesamtzahl der von Israel gekauften Centurion, zu denen auch ausgemusterte Exemplare aus Südafrika und den Niederlanden zählen, wird auf 1.080 geschätzt.

Die israelische Panzertruppe hatte zunächst erhebliche Schwierigkeiten mit dem Typ. Er erwies sich als störanfällig. Die Hitze führte häufig zum Versagen des Motors. Die Probleme wurden durch eine bessere Ausbildung der Soldaten sowie durch eine stärkere Motorkühlung beseitigt. Die Umbauten in den Jahren 1967 bis 1970 beseitigten etliche weitere Schwächen des Centurion. So erhielten die Scho’t einen Dieselmotor mit Automatikgetriebe und größere Tanks statt deren des ursprünglichen Benzinmotors. Damit verfünffachte sich die Reichweite mit einer Tankfüllung auf rund 500 km. Der Teledyne Continental AVD-S-1790-2A wurde ebenso in die israelischen M48 eingebaut. Zudem wurden im Laufe der Zeit unter anderem alle Centurion auf die 105-mm-Kanone hochgerüstet, die Panzerung verstärkt, das Feuerleitsystem und die Feuerlöschanlage modernisiert sowie der Stauraum für die Granaten optimiert. In der Panzertruppe setzte sich für die modernisierten Centurion der Name Scho’t durch, obwohl dies zunächst keine offizielle Bezeichnung war.

Die Anschaffung des Centurion in hohen Stückzahlen entsprach der israelischen Doktrin der Panzerkriegsführung, wie sie der Kommandeur der Panzertruppen Israel Tal entwickelte. Die Armeen der NATO und des Warschauer Pakts setzten aufgrund der Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg auf Kampfpanzer, bei denen Beweglichkeit wichtiger war als Panzerschutz. Dagegen bereitete sich die israelische Armee auf einen Krieg vor, in dem die relativ langsamen, bei Panzerung und Feuerkraft überlegenen Centurion die stark verteidigten arabische Stellungen durchbrechen und tief in feindliches Gebiet vorstoßen sollten. Die starke Panzerung des Centurion sollte auch das Leben der Soldaten schützen, da Israel mit seiner kleinen Bevölkerungszahl nur relativ wenige Panzerbesatzungen aufbieten konnte. Zudem spielte für die israelischen Planer das Gefecht der verbundenen Waffen keine Rolle, da der Armee die dafür benötigten Schützenpanzer, Selbstfahrlafetten und anderen gepanzerten Fahrzeuge fehlten. Stattdessen sollten die Kampfpanzer im Alleingang das Gefecht entscheiden.

Versionen

Scho’t Meteor: 
Centurion Mk 5 mit dem ursprünglichen Rolls-Royce-Meteor-Triebwerk.

Scho'’ Kal Alef: 
Erste modernisierte Version mit 105-mm-Kanone und Dieselmotor. Aus Platzgründen wurde der Motorraum erhöht. Zudem wurden die Kommandantenkuppel sowie der Tragkorb am Turm modifiziert.

Scho’t Kal Bet: 
Verstärkte Panzerung und andere Verbesserungen.

Scho’t Kal Gimel: 
Reaktivpanzerung an Rumpfbug und Turmseiten. Neues Feuerleitsystem.

Scho’t Kal Dalet: 
Laser-Entfernungsmessgerät, Wärmeschutzhülle für die Bordkanone.

Einsätze

Als Mitte der 1960er-Jahre immer wieder Grenzgefechte mit syrischen Truppen aufflammten, verbesserten die Centurion die Feuerkraft der israelischen Armee. Die neuen Panzer verfügten mit der 105-mm-Kanone über ein weitreichendes Geschütz, sie konnten es auch dank ihres positiven Höhenrichtbereichs auf die syrischen Stellungen auf den Golanhöhen ausrichten. Dank der großen Reichweite der Kanone vernichteten die Centurion etliche Baufahrzeuge, die die Wasserzuflüsse des See Genezareth unterbrechen sollten. Die Syrer gaben daraufhin das Vorhaben auf.

Im Sechstagekrieg von 1967 kamen die Centurion im Kampf gegen die ägyptischen Truppen bei der Eroberung der Sinai-Halbinsel zum Einsatz. Die beste Panzereinheit der israelischen Armee, die 7. Brigade, verfügte zu Beginn der Kämpfe über 58 Centurions und 66 M 48. Sie stieß vom Gaza-Streifen parallel zum Mittelmeer bis zum Suezkanal vor. Weiter im Süden blockierten neun Centurion den Mitla-Pass, von denen vier wegen Treibstoffmangels von den anderen zu ihrem Ziel gezogen werden mussten, die Engstelle für drei sich zurückziehende ägyptische Divisionen.

Während des Jom-Kippur-Krieges 1973 standen den 1.260 syrischen Panzern 177 Scho’t gegenüber. In der entscheidenden Schlacht auf den Golanhöhen im sogenannten Tal der Tränen vernichteten die israelischen Panzertruppen 260 syrische Panzer. Die Scho’t profitierten vom negativen Höhenrichtbereich, da sie aus teilgedeckten Stellungen von Hügeln herunter auf die syrischen T-55 feuern konnten, deren positiver Höhenrichtbereich wiederum nicht ausreichte, um das Feuer zu erwidern. Die mit Scho’t ausgerüsteten Einheiten standen auf den Golanhöhen im Einsatz, da sie mit ihrer harten Federung und den reinen Stahlketten besser für das felsige Terrain geeignet waren als die M48 und M60, die auf dem Sinai kämpften.

Die Reaktivpanzerung bewährte sich besonders im Libanonkrieg 1982 gegen Panzerfäuste und Panzerabwehrlenkwaffen. Mit den Waffenlieferungen aus den USA nach dem Jom-Kippur-Krieg sowie der Indienststellung des Merkava sank der Anteil der Scho’t am israelischen Kampfpanzerbestand kontinuierlich, bis sie 1992 gänzlich ausgemustert wurden.

Umbauten auf Scho’t-/Centurion-Basis

1989 wurde ein schwer gepanzerter bewaffneter Mannschaftstransporter unter dem Namen Nagmascho’t eingeführt. Dabei wurde der Turm des Scho’t-Panzers entfernt und die Wanne mit Zusatzpanzerung versehen.

Der Nagmachon ist eine Weiterentwicklung des Nagmascho’t. Ein Motor mit geringeren Abmessungen wurde eingebaut, so dass ein Zugang zum Fahrzeuginneren über das Heck möglich ist. Anstatt des Panzerturms wurde eine drehbare gepanzerte Kabine aufgesetzt, durch die der infanteristische Kampf geführt werden kann.

Der Nakpadon ist eine Weiterentwicklung des Nagmachon. Er ist mit zusätzlicher Panzerung an der Wannenunterseite sowie dem 900-PS-Triebwerk des Merkava Mk 1 ausgerüstet. Zudem wurde Reaktivpanzerung installiert.

Auf Basis des Nagmascho’t wurde ein Fahrzeug für die israelische Pioniertruppe entwickelt, der den Namen Puma erhielt. Seine Besatzung besteht aus drei Soldaten, acht Pioniere können transportiert werden. Mit dem Namen „Puma Teppich“ wird die Variante als Minenräumpanzer bezeichnet.

Technische Daten

Besatzung 4 (Fahrer, Kommandant, Schütze, Ladeschütze)
Länge 7,84 m
Breite 3,38 m
Höhe 2,94 m
Masse 53 t
Hauptbewaffnung 105-mm-L7-Kanone
Sekundärbewaffnung 1 × 7,62-mm-Blenden-MG, MG-Lafetten auf dem Turm
Antrieb Dieselmotor Teledyne Continental AVD-S-1790-2A mit Automatikgetriebe Allison CD-850-6A1
Leistung 550 kW
Höchstgeschwindigkeit 50 km/h
Reichweite 500 km

Der Bau









Bauprojekt IDF Sho't Kal Gimel Type II Operation Galiläa 1982


Scho’t (hebräisch שׁוֹט Schōṭ, deutsch ‚Peitsche‘) ist die israelische Version des britischen Centurion-Kampfpanzers.

Entwicklung

Als Ergänzung der veralteten Sherman und leichten AMX 13 kaufte die israelische Regierung 1959 zunächst 60 Centurion-Panzer in Großbritannien. Es handelte sich um 16 Mk. 5 aus Lagerbeständen der britischen Armee und 44 neu gebaute Mk. 8. Die Mk. 5 besaßen noch eine 83,3-mm-Kanone, die Mk. 8 hatten bereits die 105-mm-Kanone L7. Zwischen April 1959 und Oktober 1962 erhielt Israel 135 Centurion Mk. 5. Aufgrund von drei Aufträgen in den Jahren von 1965 an lieferte Großbritannien noch einmal 250 Centurion, davon 190 gebrauchte Mk. 5 und 60 neue Mk. 6. Bis zum Ausbruch des Sechstagekrieges wuchs der israelische Bestand auf 385 Centurion. Sie stellten den wichtigsten Teil der Panzerflotte, noch vor den 250 Exemplaren des M48 aus US-Produktion. 293 der 385 verfügbaren Panzer beteiligten sich am Krieg. Im Krieg gegen Jordanien wurden 30 der 44 jordanischen Centurion erbeutet. Für das Jahr 1972 gab es einen Bestand an Centurion von 950. Die Gesamtzahl der von Israel gekauften Centurion, zu denen auch ausgemusterte Exemplare aus Südafrika und den Niederlanden zählen, wird auf 1.080 geschätzt.

Die israelische Panzertruppe hatte zunächst erhebliche Schwierigkeiten mit dem Typ. Er erwies sich als störanfällig. Die Hitze führte häufig zum Versagen des Motors. Die Probleme wurden durch eine bessere Ausbildung der Soldaten sowie durch eine stärkere Motorkühlung beseitigt. Die Umbauten in den Jahren 1967 bis 1970 beseitigten etliche weitere Schwächen des Centurion. So erhielten die Scho’t einen Dieselmotor mit Automatikgetriebe und größere Tanks statt deren des ursprünglichen Benzinmotors. Damit verfünffachte sich die Reichweite mit einer Tankfüllung auf rund 500 km. Der Teledyne Continental AVD-S-1790-2A wurde ebenso in die israelischen M48 eingebaut. Zudem wurden im Laufe der Zeit unter anderem alle Centurion auf die 105-mm-Kanone hochgerüstet, die Panzerung verstärkt, das Feuerleitsystem und die Feuerlöschanlage modernisiert sowie der Stauraum für die Granaten optimiert. In der Panzertruppe setzte sich für die modernisierten Centurion der Name Scho’t durch, obwohl dies zunächst keine offizielle Bezeichnung war.

Die Anschaffung des Centurion in hohen Stückzahlen entsprach der israelischen Doktrin der Panzerkriegsführung, wie sie der Kommandeur der Panzertruppen Israel Tal entwickelte. Die Armeen der NATO und des Warschauer Pakts setzten aufgrund der Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg auf Kampfpanzer, bei denen Beweglichkeit wichtiger war als Panzerschutz. Dagegen bereitete sich die israelische Armee auf einen Krieg vor, in dem die relativ langsamen, bei Panzerung und Feuerkraft überlegenen Centurion die stark verteidigten arabische Stellungen durchbrechen und tief in feindliches Gebiet vorstoßen sollten. Die starke Panzerung des Centurion sollte auch das Leben der Soldaten schützen, da Israel mit seiner kleinen Bevölkerungszahl nur relativ wenige Panzerbesatzungen aufbieten konnte. Zudem spielte für die israelischen Planer das Gefecht der verbundenen Waffen keine Rolle, da der Armee die dafür benötigten Schützenpanzer, Selbstfahrlafetten und anderen gepanzerten Fahrzeuge fehlten. Stattdessen sollten die Kampfpanzer im Alleingang das Gefecht entscheiden.

Versionen

Scho’t Meteor: 
Centurion Mk 5 mit dem ursprünglichen Rolls-Royce-Meteor-Triebwerk.

Scho'’ Kal Alef: 
Erste modernisierte Version mit 105-mm-Kanone und Dieselmotor. Aus Platzgründen wurde der Motorraum erhöht. Zudem wurden die Kommandantenkuppel sowie der Tragkorb am Turm modifiziert.

Scho’t Kal Bet: 
Verstärkte Panzerung und andere Verbesserungen.

Scho’t Kal Gimel: 
Reaktivpanzerung an Rumpfbug und Turmseiten. Neues Feuerleitsystem.

Scho’t Kal Dalet: 
Laser-Entfernungsmessgerät, Wärmeschutzhülle für die Bordkanone.

Einsätze

Als Mitte der 1960er-Jahre immer wieder Grenzgefechte mit syrischen Truppen aufflammten, verbesserten die Centurion die Feuerkraft der israelischen Armee. Die neuen Panzer verfügten mit der 105-mm-Kanone über ein weitreichendes Geschütz, sie konnten es auch dank ihres positiven Höhenrichtbereichs auf die syrischen Stellungen auf den Golanhöhen ausrichten. Dank der großen Reichweite der Kanone vernichteten die Centurion etliche Baufahrzeuge, die die Wasserzuflüsse des See Genezareth unterbrechen sollten. Die Syrer gaben daraufhin das Vorhaben auf.

Im Sechstagekrieg von 1967 kamen die Centurion im Kampf gegen die ägyptischen Truppen bei der Eroberung der Sinai-Halbinsel zum Einsatz. Die beste Panzereinheit der israelischen Armee, die 7. Brigade, verfügte zu Beginn der Kämpfe über 58 Centurions und 66 M 48. Sie stieß vom Gaza-Streifen parallel zum Mittelmeer bis zum Suezkanal vor. Weiter im Süden blockierten neun Centurion den Mitla-Pass, von denen vier wegen Treibstoffmangels von den anderen zu ihrem Ziel gezogen werden mussten, die Engstelle für drei sich zurückziehende ägyptische Divisionen.

Während des Jom-Kippur-Krieges 1973 standen den 1.260 syrischen Panzern 177 Scho’t gegenüber. In der entscheidenden Schlacht auf den Golanhöhen im sogenannten Tal der Tränen vernichteten die israelischen Panzertruppen 260 syrische Panzer. Die Scho’t profitierten vom negativen Höhenrichtbereich, da sie aus teilgedeckten Stellungen von Hügeln herunter auf die syrischen T-55 feuern konnten, deren positiver Höhenrichtbereich wiederum nicht ausreichte, um das Feuer zu erwidern. Die mit Scho’t ausgerüsteten Einheiten standen auf den Golanhöhen im Einsatz, da sie mit ihrer harten Federung und den reinen Stahlketten besser für das felsige Terrain geeignet waren als die M48 und M60, die auf dem Sinai kämpften.

Die Reaktivpanzerung bewährte sich besonders im Libanonkrieg 1982 gegen Panzerfäuste und Panzerabwehrlenkwaffen. Mit den Waffenlieferungen aus den USA nach dem Jom-Kippur-Krieg sowie der Indienststellung des Merkava sank der Anteil der Scho’t am israelischen Kampfpanzerbestand kontinuierlich, bis sie 1992 gänzlich ausgemustert wurden.

Umbauten auf Scho’t-/Centurion-Basis

1989 wurde ein schwer gepanzerter bewaffneter Mannschaftstransporter unter dem Namen Nagmascho’t eingeführt. Dabei wurde der Turm des Scho’t-Panzers entfernt und die Wanne mit Zusatzpanzerung versehen.

Der Nagmachon ist eine Weiterentwicklung des Nagmascho’t. Ein Motor mit geringeren Abmessungen wurde eingebaut, so dass ein Zugang zum Fahrzeuginneren über das Heck möglich ist. Anstatt des Panzerturms wurde eine drehbare gepanzerte Kabine aufgesetzt, durch die der infanteristische Kampf geführt werden kann.

Der Nakpadon ist eine Weiterentwicklung des Nagmachon. Er ist mit zusätzlicher Panzerung an der Wannenunterseite sowie dem 900-PS-Triebwerk des Merkava Mk 1 ausgerüstet. Zudem wurde Reaktivpanzerung installiert.

Auf Basis des Nagmascho’t wurde ein Fahrzeug für die israelische Pioniertruppe entwickelt, der den Namen Puma erhielt. Seine Besatzung besteht aus drei Soldaten, acht Pioniere können transportiert werden. Mit dem Namen „Puma Teppich“ wird die Variante als Minenräumpanzer bezeichnet.

Technische Daten

Besatzung 4 (Fahrer, Kommandant, Schütze, Ladeschütze)
Länge 7,84 m
Breite 3,38 m
Höhe 2,94 m
Masse 53 t
Hauptbewaffnung 105-mm-L7-Kanone
Sekundärbewaffnung 1 × 7,62-mm-Blenden-MG, MG-Lafetten auf dem Turm
Antrieb Dieselmotor Teledyne Continental AVD-S-1790-2A mit Automatikgetriebe Allison CD-850-6A1
Leistung 550 kW
Höchstgeschwindigkeit 50 km/h
Reichweite 500 km