Freitag, 15. Mai 2026

Bundeswehr Schützenpanzer SPz Marder 1 A3


Der Schützenpanzer SPz Marder ist seit den 1970er-Jahren das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr mit einer Stückzahl von zeitweise 2.136 Fahrzeugen. Genutzt werden zurzeit die Ausführungen 1A3, 1A4 und 1A5. Seit Anfang 2015 wird schrittweise der SPz Marder aus der Panzergrenadiertruppe herausgelöst und durch den moderneren SPz Puma ersetzt.

Die Besatzung des Marder 1A3 besteht aus: 
  • Kommandant
  • Richtschütze (beide im Turm)
  • Kraftfahrer (vorne in der Wanne) 
Sechs Panzergrenadieren im hinteren Kampfraum, im Einzelnen: 
  • Truppführer (G36)
  • Schütze 1 (MG3)
  • Schütze 2 (G36 + MILAN)
  • Schütze 3 (G36 + MILAN-Ladeschütze)
  • Schütze 4 (G36, Pzf 3)
  • Schütze 5 (G36, GraPi, Funker).
Der Kommandant führt die Gruppe und den Panzer. Dazu gehört die Beobachtung des Geländes vom Turm aus und der Feuerkampf mit den Turmwaffen. Liegt der Einsatzschwerpunkt im abgesessenen Kampf, führt er den Schützentrupp, während der Truppführer seinen Platz im Turm einnimmt. Zum Richten der Turmwaffen verfügen Kommandant und Richtschütze über je ein Periskopvisier mit zweifacher und sechsfacher Vergrößerung sowie optional über das gemeinsame Wärmebildgerät. Die Bedienung des Turmes erfolgt über Hydraulikmotoren, die von einem 108-bar-Hydrauliksystem gespeist werden. Im Falle eines Ausfalles der Hydraulikanlage kann der Richtschütze den Turm über Handkurbeln richten und über eine Handpumpe den Hydraulikdruck für weitere Funktionen aufbauen.

Bewaffnung

Der Marder verfügt über eine im Turm untergebrachte 20 mm-Bordmaschinenkanone MK 20 Rh 202, ein Turmmaschinengewehr MG3 und eine Nebelmittelwurfanlage mit sechs Wurfbechern. Optional können am Turm Lenkflugkörper vom Typ MILAN angebracht und abgefeuert werden. Auch ein abgesessener Einsatz ist möglich.

Das Seiten- und Höhenrichten der Haupt- und Sekundärwaffe erfolgt über eine elektro-hydraulische Richtanlage oder im Notbetrieb per Hand. Sie ermöglichen einen Seitenrichtbereich von 360 Grad und einen Höhenrichtbereich von −17,5 Grad bis +65 Grad. Die Richtgeschwindigkeit des 3,2 Tonnen schweren Turmes liegt bei vier Sekunden für 180°. Die Hauptwaffe kann gegen ungepanzerte Ziele bis zu einer Entfernung von 2.000 Metern eingesetzt werden. Dabei kommt die Sprengbrandmunition zum Einsatz. Gegen leicht gepanzerte Ziele unter 1000 Metern wird Treibspiegelmunition genutzt. Der Einsatz gegen stark gepanzerte Ziele ist unter 600 Metern möglich. Beim Kampf gegen einen Kampfpanzer ist das Blenden mit Sprengbrandmunition möglich, um den Einsatz der MILAN und der Panzergrenadiere zu ermöglichen. Ein Beschuss mit panzerbrechender Munition hat keinen Erfolg. Gegen Flugziele ist der Wirkungsbereich begrenzt und der Einsatz erfolgt dann nur gegen direkt angreifende Flugziele. Die maximale Kampfentfernung beträgt bei Hubschraubern bis 2.000 Meter und bei Strahlflugzeugen bis 1.200 Meter. Die maximale Schussweite der Hauptwaffe liegt bei 6.000 bis 11.000 Metern.

Das MG3 (Sekundärwaffe) wird achsparallel zur Hauptwaffe nachgeführt. Nach der Umrüstung zum Marder 1A3 ist es links außerhalb der Scheitellafette montiert. Im Waffengehäuse installiert wird das MG3 elektrisch abgefeuert und gegen Infanterie eingesetzt. Die Panzergrenadiere im hinteren Kampfraum können aus drei Luken über die Bordwand mit ihren Handwaffen (G36, MG3, MP2A1, Granatpistole) kämpfen oder abgesessen eingesetzt werden.

Technische Daten

Turmgewicht: ca. 3,2 t
Kraftstoffmenge: ca. 650 l
Kraftstoffverbrauch: ca. 115 l/100 km Gelände, ca. 230 l/100 km
Fahrbereich Straße: ca. 520 km
Maschinenkanone MK 20 RH 202
Hersteller: Rheinmetall AG 
Kaliber: 20 mm × 139
Gewicht: 83 kg mit Doppelgurtzuführung
Gesamtlänge: 2,612 m
Rohrlänge: 2,002 m
Rückstoßkraft: 5,5–7,5 kN
Kadenz: 880–1030 Schuss/min

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